26.04.2018

Innovationspreis würdigt zukunftsweisende Biotech-Forschung

Der Arbeitskreis der BioRegionen Deutschlands hat auf den Deutschen Biotechnologie Tagen in Berlin drei Forschungsprojekte mit dem Innovationspreis ausgezeichnet.

Der mit je 2.000 Euro dotierte Preis geht an Forscher aus Aachen, Mannheim und Magdeburg. Prämiert werden herausragende Ideen und Patente im Bereich Biotechnologie und Lebenswissenschaften.

GreenRelease for Plant Health
Ausgezeichnet wurden das Projekt „GreenRelease for Plant Health“ von Dr. Felix Jakob und Prof. Dr. Ulrich Schwaneberg. Beide Forscher der RWTH Aachen haben Mikrogel-Container erfunden, die bewirken, dass Schutzmittel auch nach Regen an der Pflanze haften bleiben und nur langsam freigesetzt werden. Der reduzierte Einsatz von Chemie auf Feldern könnte zukünftig die Böden entlasten und somit ein wichtiges Problem der Agrarwirtschaft lösen, befand die Jury bei ihrer Entscheidung.

AUCTEQ Biosystems
Ebenfalls überzeugen konnte Valentin Kramer mit seinem bereits in Gründung befindlichen Projekt „AUCTEQ Biosystems“ – einem mitwachsenden Bioreaktor, der in Zusammenarbeit mit der Hochschule Mannheim entstand. Das bisher notwendige Umsetzen von wachsenden Zellkulturen in größere Bioreaktoren könnte die flexible Wand des Reaktors vermeiden. Die Juroren beeindruckte besonders die mögliche Reduktion von Kontaminationsrisiken im Zukunftsmarkt für Bioreaktoren.

Protein vermeidet Abstoßungsreaktionen
Um die Vermeidung von tödlichen Komplikationen nach Knochenmarks-Transplantationen ging es beim dritten Preisträger: Prof. Dr. Berend Isermann forscht an einem Ansatz für die Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion (GvHD), einer unerwünschten Immunreaktion der im Spendermaterial enthaltenen Zellen. Der Forscher der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg fand heraus, dass die Gerinnungsprotease aktiviertes Protein C (aPC) vor der GvHD schützt und schlägt vor, Transplantate zukünftig ex vivo damit zu behandeln. Für die Jury gehörten der hohe medizinische Bedarf und der personalisierte Ansatz zu den Entscheidungsgründen.

(Quelle: Arbeitskreis der BioRegionen Deutschlands, 18.4.2018)